Foto: Fronalpstock - Stoos, Juni 2012, von Madeleine Amstutz


JA, JA und noch einmal JA:
ICH weiss genau, dass Wandern NICHT doof ist!!!!

Seit ich meinen Buchtitel bekannt gegeben habe, werde ich da und dort
deswegen angefeindet oder aufgezogen.
Hier also noch einmal ganz klar und schriftlich:

«Ich LIEBE das Wandern!!!!»
Ich kann mich jedoch noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich es tatsächlich DOOF fand :-)


Conny hat beim Kreuzworträtseln eine Reise in die Schweiz gewonnen.
Wo um alles in der Welt liegt Morschach? 
Nicht einmal im Rätsellexikon gibt es dazu einen Eintrag.
Egal. Eine Reise kommt wie gerufen, um ihren  Liebeskummer zu vertreiben. Conny meldet sich sofort an.
Erst später stellt sie fest:
Es ist eine Wander- und Fastenreise für Singles.
Conny weiss:
►Fasten ist doof.
►Männer sind erst recht doof.
►Wandern war schon immer doof.
Wie soll sie es 14 Tage in den Schweizer Alpen aushalten?

Sicherheitshalber nimmt sie ein paar Kreuzworträtselheftchen mit,
die sie dann jedoch nicht braucht. Denn da oben in Morschach gibt es alles:
Liebe und Schmerz, Mord und Totschlag, Freundschaft und Spass. Und vor allem eine berauschende Bergwelt und liebenswerte Bergler.


Manchmal fragen mich Leser: «Wie kommst Du eigentlich zu Deinen Ideen und Themen?»
Dann antworte ich immer: «Ich lebe mit offenen Augen und Ohren. Das Leben bietet genug Inspiration.»
Es ist als Schreibende wichtig, immer offen zu sein für Neues, am Leben teilzunehmen und sich nicht hinter dem Schreibtisch zu verkriechen.

Jetzt hat mich das Leben (eigentlich war es Bernadette Kälin) zu einem Wandervogel gemacht. Kein Wunder, dass ich plötzlich den Wunsch verspürte, über das Wandern zu schreiben, und versuchen wollte, meine Liebe zu den Bergen in eine Geschichte zu verpacken.

Ich dachte, ich lasse eine Deutsche Wandergruppe in die Schweiz kommen. Die sehen dann die Schweiz mit anderen Augen. Wenn meine Verwandten aus Leipzig uns besuchen, ist das für mich auch immer spannend:  Sie öffnen mir die Augen für Dinge, die ich sonst gar nicht sehen würde, oder jedenfalls anders, freuen sich über mir Selbstverständliches, stellen Fragen, die mich aus dem Konzept bringen.

Und da ich einen Mann aus Leipzig habe (wir sind seit 30 Jahren glücklich nicht verheiratet), bin ich auch ein wenig sensibel für die Spannungen zwischen Schweizern und Deutschen. Darüber wollte ich auch mal schreiben.

Ich habe also wandernd recherchiert und dazu Schillers Wilhelm Tell gelesen.
Ich habe mich zweimal Fastenwandergruppen angeschlossen (Tessin und Mallorca).
So kam es zu diesem Buch.

HÖRPROBE


Foto: Teneriffa, Imbach-Wanderferien, Nov 2010