Foto: Blanca in der Bucht von Sant Elm, Mallorca. Nach einer wunderschönen Wanderung, die im Fiasko endete, weil wir plötzlich keinen Wanderleiter mehr hatten und uns ganz alleine auf völlig unbekanntem Gebiet durchschlagen mussten.

Meine Fastenwander-Erfahrungen

Da ich beim Schreiben doch immer irgendwie journalistisch denke,
möchte ich am liebsten nur über Dinge schreiben, die ich kenne,
am besten selber erlebt habe. Recherchieren macht mir Freude.
Als ich beschloss, über das Fastenwandern zu schreiben, war mir klar:
Ich musste das ausprobieren.
Im Selbstversuch.

Ich fand im Internet eine wunderschöne Homepage, total professionell, war begeistert vom Angebot und flog im November 2011 nach Mallorca zu Udo.
Mallorca ist zweifellos ein Wanderparadies. Die Wanderungen waren traumhaft schön. Die kleine Gruppe rückte schnell zusammen. Das Fasten fiel mir leicht.
Nur war Udo, unser Fastenleiter, eine Enttäuschung. Er zeigte kaum Interesse an unserem Wohlbefinden. Er war jähzornig und vertrug keine Kritik. Die Probleme von Fastenanfängern interessierten ihn nicht. Später stellte ich dann fest, dass er auf der Homepage falsche Versprechungen gemacht hatte, nicht einem Verbund Deutscher Fastenärzte angehörte und ein Team vorstellte, dass es so nicht gab. Das passte zu meinem Bild von ihm. 

Diese Erfahrung kostete mich einige Tränen.
Nie wieder würde ich Fastenwandern gehen!

Später fragte mich ein Deutscher Kollege, ob ich ihm Fastenwander-Adressen aus der Schweiz organisieren könnte. Ich recherchierte und kam auf die Seite von «Fastenwandern im Wunderland Schweiz».
Beim Studium dieser Seiten wurde mir klar:
Ich musste es noch einmal probieren.

So ging ich im Februar 2012 nach Ascona,
zum Fastenwandern mit Maya Hakios und Liselotte Güntert.
Ahaaaa!!!
SOOOO ging das also eigentlich, mit dem Fastenwandern :-)
Jeden Tag staunte ich aufs Neue :-) 

Wir waren eine grosse Gruppe, wurden aber persönlich betreut, rund um die Uhr. Unsere Leiterinnen waren immer ansprechbar, auch nachts. Man schaute auf unsere Gesundheit, zu unserer Psyche. Ich fühlte mich wohl und geborgen. Wir wurden nie allein gelassen mit unseren Fragen oder Sorgen. Wir bekamen Wickel, Einläufe. Wanderungen waren immer so unterteilt, dass keiner überfordert wurde.
Hier habe ich noch einmal ein paar Tränen geweint, weil mir richtig bewusst wurde, wie schlimm meine Erfahrung auf Mallorca eigentlich gewesen war.

Maya und Liselotte kann ich euch wärmstens empfehlen.
Fastenwandern

Ich war sehr erstaunt und beeindruckt, wie leistungsfähig man während das Fastens ist.
Ich hoffte beim Fasten, ich könnte diese Zeit als Impuls nehmen, meine schlechte Ernährung umzustellen. Für immer. Das gelang mir aber nur für zwei, drei Wochen. Dann war ich wieder im alten Tramp. Ich bin halt unverbesserlich.
Fasten tut auf jeden Fall gut. Man kümmert sich in dieser Zeit auch viel um sich selber. Ich möchte das umstritten-böse Wort «entschlacken» lieber nicht verwenden, aber auf jeden Fall fühlte ich mich so, als wäre ich rundumerneuert und voller Energie, als ich heimkam.